Ein Vorschlag zur hierarchiefreien Vernetzung in Bezugsgruppen

Die Basis einer emanzipatorischen Bewegung kann die Bezugsgruppe sein: Vier bis acht Leute, die sich gegenseitig vertrauen, schließen sich zu einer Bezugsgruppe zusammen. Sie machen vorher klar, was Ihre Erwartungen an die Demo sind, wie weit sie gehen sollen und wie sie sich einbringen möchten (Seitentranspi/Mitte/Ende/etc.). Es bietet sich an, vorher darüber zu sprechen, wie man damit umgeht, wenn sich Situationen ergeben, die Einzelnen in der Gruppe zu heiß werden. Jede Bezugsgruppe sucht sich einen Rufnamen aus, der dazu dient, sich im Gewusel von Massenaktionen wieder zu finden. Außerdem lässt sich so das verwenden von Klarnamen umgehen.

Das Deli-Plenum

Um bei größeren Aktionen die Entscheidungen vieler Menschen zu koordinieren, kann jede Bezugsgruppe zu jedem Zeitpunkt ein Deligierten-Plenum einfordern. Dazu schnappt mensch sich ein Mega oder holt tief Luft und ruft: Deli-Plenum! In jeder Bezugsgruppe wird dann eine Person bestimmt, die die Gruppe beim Plenum repräsentiert. Sodenn wird die zu entscheidende Frage den Delis vorgelegt, Vorgehensvorschläge werden kurz angerissen und ein Zeitrahmen für die Entscheidungsfindung in den Bezugsgruppen abgemacht. Die Informationen wandern nun zurück in die Bezugsgruppen, die dann absprechen, wie sie vorgehen wollen.

Dabei muss innerhalb der Bezugsgruppe klar werden, was sie explizit will, bei was sie mitmachen würde und was für sie überhaupt nicht in Frage kommt. Im letzteren Falle sollte die Bezugsgruppe auch direkt absprechen, ob sie grundsätzlich gegen diese Option ist oder nur dabei nicht mitmachen will. Sodenn gibt es wieder ein Deli-Plenum, bei dem dann die endgültige Entscheidung getroffen wird. So wandern Informationen von Oben nach unten, Entscheidungen von Unten nach oben. Wenn sich ein Konsens herstellen lässt, wird dieser wieder in die Bezugsgruppen getragen und dort umgesetzt. Kommt keiner zu Stande, muss diese Information wieder in die Bezugsgruppen getragen werden, die dann entscheiden müssen, wie weiter vorgegangen wird.

Wir haben nie behauptet, dass das ganze leicht wird und schnell geht, aber nach diesen Prinzipien hat die Anti-Atom-Bewegung schon viele Castoren aufgehalten. Auch die globalisierungskritische Bewegung und die Antifa der späten 1990er-Jahre hat auf diese Art Demos organisiert.

Wir empfehlen euch folgende Broschüren: